Zwischen Schwarzmalerei und Zuversicht

Schon im ersten O-Ton lässt Giffey keinen Zweifel: Wer nur über Krisen rede, male das eigene Land in fahle Farben. In der Reformdebatte brauche es „seriöse Zuversicht“ statt Dauerkritik, erklärte sie – und lieferte prompt Beispiele, die treffen. Start-ups, Spitzenmedizin, Kultur, Lebensqualität: All das erwähnte sie, um zu zeigen, dass Deutschland weit mehr sei als ein Sanierungsfall.
Dabei stieg die Spannung im Interview mit jeder Minute. Denn die Attacke richtet sich nicht nur gegen den Stil des Kanzlers – sie stellt die Frage nach der künftigen Erzählung der gesamten Regierung. Giffey deutete an, dass mangelnder Nationalstolz in Berlin längst zum Stimmungskiller geworden sei: „Wenn derjenige, der vorn steht, es nicht sagt, dann wird es niemand sagen.“