Daniel warf ihm einen kurzen Blick zu und schlug in freundlichem, neutralem Ton vor, die Kosten zu teilen. Maya verstummte. Es hatte sie überrascht. In ihrer traditionellen Weltanschauung war es einfach: Wer einlädt, bezahlt auch. Das war eine ungeschriebene Regel. Mit einem gezwungenen, höflichen Lächeln sah sie ihn an und sagte: „Du hast mich eingeladen, also gehe ich davon aus, dass du zahlst.“
Es entstand eine kurze, etwas unangenehme Stille. Dániel zögerte einen Moment, zog dann aber wortlos seine Brieftasche heraus. Er bezahlte den vollen, beträchtlichen Betrag, gab Trinkgeld und äußerte sich nicht weiter dazu.
Draußen auf der Straße empfing sie eine kühle, stille Nachtluft. Sie trennten sich auf dem Bürgersteig, tauschten ein letztes gezwungenes Lächeln aus und sagten beide höflich und zugleich voller Zuversicht, dass sie sich wiedersehen würden. Maya ging mit dem Gefühl des Verschwindens nach Hause; sie war fest davon überzeugt, dass der Abend positiv geendet hatte.