Berlin diskutiert das Ende eines Symbols

Seit mehr als 100 Jahren teilt der Achtstundentag den Tag in Arbeit, Freizeit und Schlaf. Nun droht genau dieses historische Gleichgewicht ins Wanken zu geraten. Vor dem Bundesarbeitsministerium stapeln sich Brandbriefe von Gewerkschaften, während Arbeitgeberverbände bereits Sekt kaltstellen – ein Vorgeschmack auf die hitzigste Debatte des Sommers.
Arbeitsministerin Bärbel Bas vermeidet bislang jede konkrete Zahl, doch ein zweiseitiger Entwurf kursiert in den Fraktionen. Darin taucht immer wieder das Schlagwort „Wochenarbeitszeit“ auf. Mehr verrät die Ministerin nicht, und das Feilschen um Details läuft hinter verschlossenen Türen weiter, begleitet von lauten Pfiffen auf Gewerkschaftskongressen und flammenden Reden im Bundestag.